This article is a translation of: David N. Bivin, “How Long Was Jesus in the Tomb?” Jerusalem Perspective 8 (1988): 4 [https://www.jerusalemperspective.com/2171/]. This translation originally appeared on the website Perspektive aus Jerusalem published by Horst Krüger.
Es wird uns nicht gesagt, an welchem Wochentag Jesus das Passah-Lamm mit seinen Jüngern aß. Die Evangelien stellen jedoch klar, dass Jesus an einem Freitag starb und beerdigt wurde.[1] Laut Lukas wurden die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, Zeugen der Kreuzigung (Lukas 23, 49). Nachdem sie auch davon Zeugen wurden, wie Joseph von Arimathäa Jesus begrub (Lukas 23, 55), gingen die Frauen zu ihren Unterkünften zurück und bereiteten Gewürze vor dem Sabbatbeginn vor (Lukas 23, 56).[2] Als der Sabbath endete, kamen sie mit den Gewürzen zum Grab zurück (Lukas 24,1).
Jesus weissagte, dass er am dritten Tag nach seinem Tod auferstehen würde. Der Menschensohn, sagte Jesus, würde den Heiden übergeben werden, die ihn töten würden, aber am dritten Tage, würde er von den Toten auferstehen (Lukas 18,31-33).[3] Gleichermaßen rief Petrus aus: “Aber schon drei Tage später hat Gott ihn von den Toten auferweckt” (Apg. 10,40).[4]
Wenn Jesus am späten Freitagnachmittag beerdigt wurde, wieviel Zeit hatte er im Grab, damit sich die Weissagung über seine Auferstehung erfüllen würde? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir etwas über das Zeitverständnis im Judentum wissen. Darüber hinaus müssen wir zwei interessante hebräische Redewendungen untersuchen.
Der jüdische Tag
Viele Menschen denken heutzutage, dass der Tag aus zwei Teilen besteht: ein heller Teil, auf den eine Zeit der Dunkelheit folgt. Die Juden im ersten Jahrhundert stellten sich jedoch den Tag als eine Zeit der Dunkelheit vor, auf die eine Zeit des Lichts folgt.
Der jüdische Tag begann immer mit der Nacht. Dieses Verständnis stammt aus 1. Mose 1,5: “Es wurde Abend und wieder Morgen. Der erste Tag war vergangen”. Der Einbruch der Nacht, wurde als der Moment definiert, an dem die Sterne am Himmel sichtbar werden (Neh 4,21; b.Ber. 2b). Dies geschieht in der Passahzeit um 19.00 Uhr.
Licht für die Nacht
Matthäus 28,1 spiegelt zwei hebräische Redewendungen wieder. Diese Redewendungen geben Hinweise auf die Zeit der Auferstehung. Die King James Version schreibt: “Am Ende des Sabbats, als es anfing gegen den ersten Tag der Woche hin hell zu werden.” Das ist sehr verwirrend, denn nach jüdischem Zeitverständnis ist das Ende des Sabbats ungefähr 11 Stunden vor Sonnenaufgang am Sonntag. Im griechischen Urtext von Matthäus 28,1 steht: “Opse de sabbaton te epiphoskouse eis mian sabbaton…” (Spät [am] Sabbat, im Licht zum einen des Sabbats hin). Diese Beschreibung macht in Griechisch keinen Sinn, aber wohl in Hebräisch.[5]
Laut des israelischen, bereits verstorbenen Gelehrten, Jehoshua M. Grintz, ist “spät am Sabbat” eine hellenisierte Form der hebräischen Redewendung “be-motsa’e shabat” (am Ausgang des Sabbats). Das mysteriöse “im Licht zum einen des Sabbats hin” stammt von der wunderschönen hebräischen Redewendung „or le-‚ehad ba-shabat“ (Licht des [Tages] eins der Woche).[6] Im hebräischen bedeutet shabat (Sabbat) entweder „Samstag“ oder „Woche“.[7]
Das Wort “Licht” (or) wird hier erstaunlicherweise für “Nacht” eingesetzt. Dass heißt, die Nacht vor dem nächsten Tag.[8] (Im Hebräischen kann “Licht” auch euphemistisch benutzt werden, als etwas, dass fast das Gegenteil im literarischen Sinne bedeutet). Wenn ein hebräischer Sprecher das “Licht zu” benutzte, dann dachte er genauso wenig an das Licht im sprichwörtlichen Sinne, wie ein deutscher Sprecher, wenn er sagt “ich sehe das Licht.” Der hebräische Sprecher dachte vielmehr an die Stunden der Dunkelheit, die dem kommenden Tag vorangingen.
Rabbinische Beispiele
Zwei beispiele aus der rabbinischen Literatur verdeutlichen den idiomatischen Gebrauch des hebräischen Wortes “Licht” im Ausdruck “Licht zu”. Das erste Beispiel erscheint in einer halachah (Regel) aus der Mischnah: “Licht zum Vierzehnten [des Nisan] muss man im Licht der Lampe eine Suche nach dem Sauerteig durchführen” (Pesahim 1:1). Mit anderen Worten, die Suche nach Sauerteig, die in 2. Mose 12,15 angeordnet wurde, sollte im Dunkeln durchgeführt werden, und zwar am Abend vor dem Tag vor dem Passahfest. Viele modernen Schriftausleger sehen diesen Tag als den Abend des Dreizehnten von Nisan an, der Abend vor dem zweiten Tag vor dem passahfest. Ein anderes Beispiel aus der Mischnah befindet sich in einer halachah des Rabbi Yehuda: “Man sollte die Suche [nach Sauerteig] im Licht zum Vierzehnten [des Nisan] durchführen, oder am Morgen des Vierzehnten, oder zur Zeit seiner [des Sauerteigs] Entfernung [am Mittag des Vierzehnten]” (m. Pesahim 1:3).
Ein hebräisches Verständnis
Wenn wir vom oben erklärten hebräischen Verständnis von Matthäus 28,1 ausgehen, dann kamen die galiläischen Frauen kurz nach Einbruch der Dunkelheit am Samstagabend zum Grab zurück, um den Leib Jesu zu salben. Dort fanden sie das Grab bereits verlassen vor. Jesus war darum wahrscheinlich nur etwas über vierundzwanzig Stunden im Grab, und so stand er eher am Samstagabend von den Toten auf, als am Sonntagmorgen.[9] Anhand der Methode des Zeitverständnisses der Gesellschaft zur Zeit Jesus, erfüllt solch ein kurzer Zeitraum von etwas mehr als einen Tag – ein Teil von Freitag, den gesamten Samstag, und ein Teil von Sonntag – die Prophezeiung, dass er am dritten Tag nach seinem Tod auferstehen würde.[10]
Die Annahme, dass Jesus am Samstagabend auferstand, stimmt mit dem Lukasbericht überein, dass die Frauen am Freitagnachmittag trotz des anstehenden Sabbatbeginns und den damit verbundenen Vorbereitungen sich die Zeit nahmen die Beerdigungsgewürze vorzubereiten (Lukas 23,56). Sie hatten offensichtlich vor, den Leib Jesu zu waschen und zu salben, sobald der Sabbat beendet war. Wenn sie vorgehabt hätten, diese Liebestat am späten Samstagabend oder am frühen Sonntagmorgen auszuführen, dann hätten sie leicht mit den Vorbereitungen bis zum Ende des Sabbats warten können.
Viele Leser stellen es in Frage, das Jesus am Samstagabend auferstand. Sie beziehen sich dabei auf die folgende Aussage Jesu: “Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein (Matth. 12,39-40, ELB). Diese Aussage Jesu scheint der Annahme zu widersprechen, dass er am Samstagabend auferstand. Sie argumentieren vielleicht: “Wie könnte Jesus nur bis Samstagabend im Grab bleiben, wenn er selbst geweissagt hat, dass er dort über zweiundsiebzig Stunden bleiben würde?”
Das Zeichen Jonas
Jesus stellte klar, dass das einzige Zeichen, dass er seiner Generation geben würde, sein Jona-ähnliches Predigen sein würde. Er erklärte: “Kein Zeichen wird ihm [diesem Geschlecht] gegeben werden als nur das Zeichen Jonas.”
Im Matthäusevangelium scheint dass “Zeichen Jonas”[11] der Zeitraum von drei Tagen und drei Nächten zu sein, die Jona im Bauch des Wals verbrachte (Matt. 12,40). Wenn dir diese Interpretation des “Zeichen Jonas” akzeptieren”, dann ist die Annahme, dass Jesus weniger als sechsunddreißig Stunden nach seinem Tod auferstand – nach nur einer vollen Nacht (Freitagnacht), einem vollen Tag (Samstag) und einem Teil eines Tages (Freitagnachmittag) und einem Teil einer Nacht (der frühe Teil von Samstagnacht) – nicht aufrechtzuerhalten.[12]
Bedeutenderweise erwähnt der Lukasbericht den Bauch des Fisches nicht: “Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es fordert ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas. Denn wie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht sein” (Lilas 11,29-30, ELB).[13]
Die nachfolgenden Worte Jesus – in Lukas und Matthäus – bestätigen, dass das “Zeichen Jesu” die Lehre Jesu war und nicht “drei Tage und Nächte im Bauch der Erde.” In vierundzwanzig identischen griechischen Worte in Lukas und Matthäus erklärte Jesus: “Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas; und siehe, mehr als Jona ist hier” (Matth. 12,41; Lukas 11,32; ELB). Wie Lukas 11,30 deutlich zeigt, war Jesus durch seine Predigt ein Zeichen für seine Generation, wie Jona es durch seine Predigt für seine Generation war.[14]
Wenn der Autor des Matthäusevangeliums die Formulieren “Zeichen Jonas” wiederholt (Matth. 16,4), fügt er nicht hinzu:[15] ”Denn Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Wals…” Obwohl es nicht abschießend ist, zeigt die Vermeidung dieser Formulierung, dass Matthäus 12,40 selbsterklärend ist.[16]
Bibelkommentatoren sagen, dass Matthäus 12,40 mit dem Hinweis auf den Tod Jesu und seine Beerdigung, sowie mit dem darin enthaltenen Hinweise zur Auferstehung eine nachträgliche Textersetzung darstellt, und dass das Lukasevangelium die früheste Form der Aussage Jesu beibehält. Albright und Mann kommentieren zum Beispiel Matthäus 12,40 wie folgt: “Diesen Vers kann man bestenfalls als redaktionell verändert beschreiben, sei es nun durch den Evangelisten oder jemand anderes, der von Vers 39 irritiert war. Was hier diskutiert wird, ist das Zeichen der Wortverkündung.”[17]
Wenn die Kommentatoren in der Annahme historisch richtig gehen, dass Jesus nicht den Bauch des Wals erwähnt hat, dann steht Matthäus 12,40 nicht im Widerspruch zur Behauptung, dass Jesus in der frühen Samstagnacht auferstand. Es ist möglich, dass Jesus weniger als dreißig Stunden im grab war – von ungefähr 15 Uh am Freitag bis zur frühen Samstagnacht (vielleicht um 21 Uhr herum), als die Frauen zum grab zurückkamen mit dem Vorhaben, den Leib Jesu einzubalsamieren. Da sie das Grab leer vorfanden, muss Jesus vorher aus dem Grab gekommen sein, vielleicht nach nur siebenundzwanzig Stunden.
Auferstehung am Sonntagmorgen?
Im Markusbericht des Besuches der Frauen am Grab weist der Schreiber ganz deutlich auf das Licht des Tages hin: “Und als der Sabbat vergangen war… sehr früh [lian proi] am ersten Wochentag … als die Sonne aufgegangen war” (Mark. 16,2). Matthäus schreibt dagegen: “Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages…” (Matth. 28,1) das heißt “Sofort nach Sabbatende, in der Nacht vor dem ersten Wochentag”. In Lukas 24,1 lesen wir: “An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe (orthrou batheos)…” (denken Sie dabei an den Ausdruck “tief in der Nacht”). Johannes sagt: An dem ersten Wochentag aber … früh, als es noch finster (proi skotias) war…” (Joh. 20,1). Im antiken Griechisch bezieht sich proi oft auf die vierte Nachtwache (3.00 bis 6.00 Uhr Morgens).[18] Aber mit dem Zusatz skotias (Dunkelheit) hat Johannes vielleicht den Hinweis beibehalten, dass die Auferstehung Samstagnacht geschah.
Der griechische Text des Matthäusevangeliums deutet auf einen hebräischen Parallelismus hin: be-motas’e shabat, ‚or le-‚ehad ba-shabat (am Ende des Sabbats, Licht zum [Tag] eins im Sabbat [z. B. Woche]). Offensichtlich waren diese sehr hebräischen idiomatischen Redeweisen nachdem sie ins Griechische übersetzt wurden und dann im Griechischen weitergeleitet wurden nicht mehr für die griechischen Schreiber und Biographen verständlich. Mark entfernte sich am weitesten vom ursprünglichen Textinhalt. Wegen des hebräischen Euphemismus für Dunkelheit – or (Licht) hat Matthäus oder eine seiner quellen die Erklärung “in der Dämmerung” hinzugefügt, und wies damit darauf hin, dass die Frauen das Grab im Tageslicht besuchten.[19]
Es war auch Markus, der schrieb, dass die Frauen die Gewürze nach Sabbatende kauften (Markus 16,1). Laut Lukas jedoch, gingen die Frauen, nachdem sie sicherstellten, wo der Leib Jesu platziert worden war, zurück zu ihren Unterkünften und bereiteten die Salben und Gewürze vor (Lukas 23,55-56)- Als der Sabbat vorüber war, gingen sie zum Grab und nahmen die Gewürze mit, die sie am Freitag vorbereitet haben, bevor der Sabbat anfing (Lukas 24,1).[20]
Zusammenfassung
Offensichtlich wurde Matthäus oder ein späterer Kopierer seines Evangeliums, durch den Hinweis auf Jona in dem Urtext des Matthäusevangeliums und von dem Wunsch bewegt, die Auferstehung Jesu besonders zu betonen, bewegt, den Vers 40 im 20. Kapitel zu revidieren.[21]
Man sollte festhalten, dass Jesus in seiner Lehre die Buße mit dem Zeichen verband, dass den Menschen seiner Generation gegeben werden würde. Seine Zeitgenossen, sagte er, worden verloren gehen, wenn sie keine Buße taten. Darüber hinaus, gewöhnlich am Ende seiner Lehreinheiten, stellte Jesus einen subtilen – oder, wie hier, nicht so subtilen – Anspruch Gottes Messiah zu sein. Ähnlich wie der erstaunliche Anspruch, dass er der “Herr des Sabbats” ist (Matth. 12,8; Lukas 6,5), stellte Jesus den Anspruch, dass er größer als Jona, und größer als Salomo” (Matth. 12, 41-42; Lukas 11, 31-32), nicht weniger als der größte der Propheten und Könige Israels.
Notes
- Das griechische Wort paraskeue (Vorbereitung, Tag der Vorbereitung) erscheint im Neuen Testament sechs Male (Mt 27,62; Mk 15,42, Lk 23,54; Joh 19,14; 31, 42). Es bezieht sich immer auf den “Tag der Vorbereitung”, das heißt, den Tag vor dem Sabbat, wie Markus es in 15,42 erklärt. Zur Zeit Jesus war der “Tag der Vorbereitung” die Bezeichnung für “Freitag”, dem Tag, an dem die Vorbereitungen für den Sabbat abgeschlossen wurden (Josephus, Antiq. 16, 163; Didache 8:1). ↩
- Markus berichtet, dass die Frauen die Gewürze kauften, und sie es erst dann taten, als “der Sabbat vorbei war” (Markus 16,1). ↩
- Vergleichen Sie Johannes 2,19, 21-22. ↩
- Der Ausruf Paulus war identisch: “Er wurde begraben und am dritten Tage auferweckt, wie es die Propheten angekündigt haben” (1 Kor 15,4). ↩
- Randall Buth hat mir gegenüber geäußert, dass man den Text von Lukas 23,54 mit einbeziehen müsste. Es ist möglich, dass das Verb epephosken (schien, fing an zu scheinen) ein zweites Mal in den Bericht von Lukas bei “im Licht zu” enthalten ist. Buth sagt, dass der Bericht über das Leben Jesu zwei ähnliche Redewendungen erhält: or le’ehad ba-shabat (licht zum [Tag] eines Sabaats) und or le-shabat (Licht zum Sabbath). Die Redewendung or le-shabat könnte verloren gegangen sein, als der Bericht zusammengefasst wurde. In solch einem Fall könnte man sich folgendes Szenario denken: Die Frauen gingen in der Tat am Samstagabend zum Grab, aber weil sie vor Angst wie gelähmt waren, gingen sie erst am nächsten Morgen zu den Jüngern, um es ihnen zu erzählen (Markus 16,8 und Matthäus 28,8-10). ↩
- Jehoshua M. Grintz, “Hebrew as the Spoken and Written Language in the Last Days of the Second Temple,” Journal of Biblical Literature 79 [1969]; 32-47. ↩
- Wir finden fast dieselbe Redwendung wie in Matthäus 28,1 (“”) in Apg. 20,7 und Joh. 20,1 (2″). In Apg. 20,7 bezieht sich der “erste Tag der Woche” auf Samstagabend, nicht auf Sonntagabend. Bemerken Sie, dass Paulus “seine Rede bis Mitternacht verlängerte”. Laut Jesus halacha, konnte Paulus am Samstagabend nach Dunkelheitsanbruch nicht abreisen, und so benutzte er den Samstagabend, um die Gläubigen in Troas zu unterweisen. ↩
- Grintz war nicht der erste, der sagte, dass ‚or le sich auf die Nacht vor dem nächsten Tag beziehen könnte. Sehen sie sich den Eintrag epiphosko in BAG, 304 zu anderen Beiträgen darüber von James Hope Moulton, Wilbert Francis Howard und Nigel Turner an, A Grammar of New Testament Greek (4 vols.; Edinbrugh: T&T Clark, 1908-1976), 2;471; und Matthew Black, An Aramaic Apporach to the Gospels and Acts (3d ed.; Oxford: Oxford University Press, 1967), 136, n.1. ↩
- Die Orthodoxen Griechen haben offensichtlich eine althergebrachte Tradition bewahrt, die die Zeit der Auferstehung Jesu widerspiegelt. Nachdem die Kirchen um Punkt Mitternacht am Abend vor Ostern (Samstagnacht) läuten, rufen die griechisch orthodoxen Priester laut aus: “Christos aneste!” (Jesus ist auferstanden!). Und das Volk antwortet: “Wahrlich, er ist auferstanden! Auferstanden, wie er es verkündet hatte.” ↩
- Es war ein allgemein bekannter Brauch unter den Juden der Antike sich auf einen Teil des Tages als den gesamten Tag zu beziehen, und auf einen Teil der Nacht als die gesamte Nacht (vergleichen Sie zum Beispiel 1. Mose 42, 17-18; 1. Sam 30,1; 12-13; 1. Kön 20,29; 2.Chr 10,5; Esth 4,16-5,1). Bruchteile eines Jahres wurden auf derselben Weise angesehen: “Und Ahab, der Sohn Omris, wurde König über Israel im 38. Jahr Asas, des Königs von Juda; und Ahab, der Sohn Omris, regierte über Israel in Samaria 22 Jahre” (1.Kön 16,29, ELB); “Und Joschafat, der Sohn Asas, wurde König über Juda im vierten Jahr Ahabs, des Königs von Israel” (1.Kön 22,41; ELB); “Ahasja, der Sohn Ahabs, wurde König über Israel in Samaria, im 17. Jahr Joschafats, des Königs von Juda; und er regierte zwei Jahre über Israel” (1.Kön 22,52). Vergleichen Sie auch Joseph Frankovics http://hakesher.org/hakesher2/francovic4.htm “Eine andere Art den Tag anzusehen.” Laut Francovic, “befindet sich in den Fragmenten eines antiken rabbinischen Kommentars über Leviticus ein Midrash-Kommentar über den Ausdruck “im dritten Jahr” aus 1. Könige 18,1. Rabby Yohanan, der 222 n. Chr. in Galiläa lebte, sagte einmal “ein Monat im ersten Jahr, ein Monat im letzten Jahr und zwölf Monate in der Mitte.” Laut R. Yohanans Methode, bestehen drei Jahre aus 14 Monaten.” ↩
- Im Neuen Testament erscheint der Ausdruck “Zeichen Jonas” nur einmal in Matth. 12,39 und in Lukas 11,29. In jeder dieser Evangelienversion erscheint unter der Rubrik “Gegen die Suche nach Zeichen” (Matth. 12,38.42; Lukas 22, 29-32). Darum wird “Zeichen Jonas” nur einmal in der kanonischen Lehre Jesu gefunden. Matthäus, oder jemand der ihn abgeschrieben hat, fügte vielleicht die Worte “des Propheten” im Satz “das Zeichen Jonas, des Propheten” (Matth. 12,39) hinzu. Die Parallele in Lukas hat diesen Anhang nicht. ↩
- Auf der anderen Seite schließt das Sonntagmorgen-Szenario diese Schwierigkeit nicht aus. Eine wortwörtliche “Zweiundsiebzig-Stunden-Interpretation” der “drei Tage und drei Nächte” setzt voraus, dass die Auferstehung Jesu am vierten Tag stattgefunden hat. Jesus sagte voraus, dass te trite hemer (“am dritten Tag”; Lukas 9,22; 18,33; cf. Lukas 24,7,46). Selbst wenn man mit Teilen von Tagen und Nächten rechnet, wenn man Matthäus 12,40 “drei Tage und drei Nächte” in Betracht zieht, könnte Jesus nicht vor Sonntagabend (Montag nach jüdischer Zeitrechnung) auferstanden sein: einen Teil von Freitagnachmittag, die gesamte Freitagnacht, den gesamten Samstag, die gesamte Samstagnacht, die Tageslichtstunden des Samstags und Teil der Samstagnacht. Dieses Problem wurde ausgiebig in der Gelehrtenliteratur diskutiert, und Leser sollten sich auf die Standardkommentare beziehen. Markus ersetzt das semitische “am dritten Tag” mit seinem griechischen Pendant, meta treis hemeras (nach drei Tagen”; Markus 8,31; 9,31; 10,34; siehe David Flusser, Jesus [3ed.; Jerusalem: Magnes, 2001], 256, n..7). “Nach drei Tagen” erscheint auch einmal in einem einzigartigen Abschnitt von Matthäus (27,63). ↩
- Ich nehme an, dass Matthäus, eher als Lukas, die korrekte Ordnung der zwei Bilder, die Jesus gebraucht, einhält: “Männer von Ninive… Königin des Südens (Matth. 12,41-42; Lukas 11,31-32) denn “die Männer von Ninive” werden im vorangehenden Vers im Lukasevangelium benutzt. (Lukas 11,30). ↩
- Im Paralleltext von Markus 8,12 erklärt Jesus, dass kein Zeichen gegeben werden würde. Diese Änderung im Text von seiner Quelle ist typisch für den Midrash-Stil von Markus. Von den vier Versionen dieser Aussage Jesu in Matt. 12,39: 16,4; Lukas 11,29 und Markus 8, 12 – fünf Versionen, wenn wir die grobe Parallele von Johannes 2, 18-22 mit einbeziehen – schreibt nur Markus, dass Jesus kein Zeichen geben würde. ↩
- Er fügt auch nicht die Worte “des Propheten” wie in Matthäus 12,39 hinzu. ↩
- Die Aussage der “drei Tage und drei Nächte” in Matthäus scheint ein späterer Zusatz zu sein, und war wahrscheinlich nicht in der frühesten Version der Jesus-Biographie enthalten. Vergleichen Sie den Text im Markusevangelium mit Matth. 16,4 ; Mark 8,12. wo der Zusatz “drei Tage” auch nicht enthalten ist. Als der Schreiber des Johannesevangeliums die synoptischen Berichte niederschrieb (in Joh. 2,18-22) verbindet er “Zeichen” (basierend auf Matth. 12, 38-39; 16,1,4; Mark. 8,11-12; Lukas 11, 16,29); mit Zerstörung des Tempels (basierend auf Matt. 26,61; 27,40; Mark. 14,58; 15,29); “drei Tage” (basierend auf Matth. 12,40; 26,61; 27,40, 63; Mark. 8,31; 9,31; 10,34; 14,58; 15,29; Lukas 24,7, 46); und der Auferstehung Jesu (basierend auf Matth. 27,63; Mark. 14,58 [impliziert]). Das Lukasevangelium benutzt die Ausdrücke “drei Nächte” und “drei Tage und drei Nächte” nicht, sondern nur einmal den Ausdruck “drei Tage”: “Und es geschah, dass sie ihn nach drei Tagen im Tempel fanden, wie er inmitten der Lehrer saß und ihnen zuhörte und sie befragte” (Lukas 2,46 ELB). ↩
- William Foxwell Albright und C. S. Mann, Matthew (Ab 26; Garden City: Doubleday, 1971), 159. Donald A. Hagner stimmt dem zu: “Ein Hinweis wie dieser über den Tod, die Bestattung und die (implizierte) Auferstehung würde in dieser Verbindung für die Pharisäer keinen Sinn ergeben haben (nicht einmal für die Jünger), aber im Rückblick darauf hätten die Worte sich mit Bedeutung gefüllt…. Die Analogie mit Jona bezog sich vielleicht ursprünglich nur auf die Predigt Jesu und Jonas (wie in Lukas 11,30) und wurde später durch die Post-Auferstehungs-Gemeinde als auf die Bestattung (und Auferstehung) Jesu bezogen ausgelegt” (Matthew [WBC 33A-33B; Dallas: Word Books, 1993-1995], 354). David Flusser schrieb: “Lukas 11,29-30 stellt die ipsissima verba Jesu akkurater als der Paralleltext in Matthäus 9 [Matth. 12, 39-30] (Judaism and the Originas of Christianity (Jerusalem: Magnes, 1988), 526. W. D. Davies and Dale C. Allison, Jr. stellen fest: “Matthäus hat … redaktionell angefügtes Vokabular (hosper, gar, ge) [in Matth. 12,40]” (A Ciritcal and Exegetical Commentary on the Gospel according to Saint Matthew [3 vols.; ICC; Edinbrugh: T&T Clar,, 1988-1997], 2:356). Vielleicht das Argument gegen die Matthäusversio (12,40) der Aussage Jesu das Wort-für-Wort-Ziatat der Septuaginta-Übersetzung von Jona 1,17. Gelehrte haben hervorgehoben, dass Matthäus, oder ein späterer Textaufbereiter dieses Evangeliums en Ionas en te koilia tou ketous tries hemeras kai treis nyktas (war Jona im Bauch des Fisches drei Tage und drei Nächte) von der Septuaginta-Übersetzung von Jona 2,1 (1,17 in englischen Übersetzungen) abgeschrieben hat. Davies und Allieson sagen: “Matthäus…. gleicht sich LXX Jon 2,1 an…§ (A Critical and Exegetical Commentary on the Gospel According to Saint Matthew, 2: 356). Die Übereinstimmung mit der Septuaginta wird als Beweis angesehen, dass Matthäus an diesem Punkt in seinem Bericht seine quelle neu schrieb, indem er seine griechische Bibel benutzte. Es ist war, dass die zwölf griechischen Worte genau den Worten in der Septuaginta entsprechen und zwar auch nach der Anordnung der Worte. Die Septuaginta-Übersetzung entspricht jedoch Wort für Wort dem masoretischen Test. Darum kann es sein, dass der Matthäustext ein früheres hebräisches Stadium dieser Überlieferung darstellt. Ohne den Paralleltext von Lukas (11,29-32) der diese Anfügung nicht hat, könnte man Matth. 12,40 nicht als sekundär identifizieren. ↩
- Sehe BAG, 732 ↩
- Matthew Black schreibt: “Ein jüdische Leser von Mt. Xxviii. 1 würde sicherlich te epiphosouse als “Hinwendung” zum ersten Tag der Woche am späten Sabbatabend sehen…. Wenn das die Bedeutung des Verbs in Mt. Xxviii.1 ist, wie können wir das mit Markus’ zweideutigem anateilantos tou heliou [als die Sonne aufgegangen war (Markus 16,2)} vereinbaren?… wir sollten… annehmen, dass Matthäus sich unabhängig von Markus verhält und sich an den Urtext von Markus orientiert, vielleicht durch ein Missverständnis, und versucht, den Text zu “verbessern”… Die Anordnung der Geschehnisse könnte wie folgt sein. Jesus wurde am Tag der Passah-Vorbereitung gekreuzigt. Dieser Tag fiel in diesem Jahr auf einem Sabbat. Er wurde am späten Nachmittag oder frühen Abend desselben Tages bestattet, vor Sonnenuntergang. Einen vollen Tag später. Spät am Sabbat in unserer Zeitrechnung, aber früh am ersten Wochentag, das heiß,t später Samstagnachmittag oder -abend im jüdischen Zeitverständnis, gingen Maria Magdalena und die Jünger zum Grab. Maria wartete bis der Sabbat offiziell vorüber war, um dann ohne Zeit zu vergeuden am Samstagabend zum Grab zu eilen” (An Aramaic Approach to the Gospels and Acts, 137-8). ↩
- Laut der Synoptischen Evangelien, wickelte Josef von Arimathäa den Leib Jesu, nachdem er von Pilatus die Erlaubnis bekommen hatte ihn mitzunehmen, in ein Leinentuch, platzierte ihn in einen Grab und versiegelte das Grab – bevor der Sabbat begann. Offensichtlich salbte Josef den leib Jesu nicht. Laut des Johannesevangeliums jedoch wurde der Leib Jesu von Josef von Arimathäa und Nikodemus gesalbt (der in den synoptischen Berichten nicht erwähnt wird), bevor er ins Grab gelegt wurde (Joh. 19,38-40). ↩
- Was motivierte Matthäus dazu den Text zu ersetzen, wie Lukas 11,30? Man kann spekulieren, dass Matthäus die Geschichte “Gegen die Suche nach Zeichen” auf seine Art wiedererzählte, so dass seine Leser die sekundäre Verbindung, die Jona mit der Auferstehung hatte, nicht missen würden. “Der Matthäustext scheint das explizit zu sagen, was impliziert in den Reden der Apostelgeschichte enthalten ist. Das heißt, dass die Auferstehung das große Zeichen Gottes für Israel ist (cf. Apg. 2,24, 32, 36; 3,15, usw.).” (Davies and Allison, A Critical and Exegetical Commentary on the Gospel according to Saint Matthew, 2:355). ↩



